Nobody’s fault
Ich bin das Schwarz- und Weiß-Denken so unendlich satt. Wenn sich zwei Menschen streiten, muss es dann immer um Recht und Unrecht gehen? Wir Menschen vergessen immer wieder, dass hier niemand schuldlos ist. Denn wir alle haben irgendwann, irgendwem einmal fürchterlich wehgetan. – Wir haben nicht das Recht, mit dem Finger auf Andere zeigen. Und wenn sich zwei Menschen streiten, dann sollte die Welt aufhören, in Schwarz und Weiß zu teilen. Niemand schreit ohne Grund; Niemand schlägt Türen zu, ohne dahinter nicht etwas zurückzulassen. Niemand ist unschuldig auf dieser Welt. Also sollten wir endlich aufhören, es uns so einfach zu machen.
Denn am Ende bleiben immer zwei Menschen zurück, die sich missverstanden und ungerecht behandelt fühlen. Hier in der Wirklichkeit, abseits von Gut und Böse, denkt jeder, er sei der Held seiner Geschichte. Niemand gibt freiwillig zu, jemandem weh getan zu haben.
Aber die Welt ist nicht so. Wir sind nicht Disney, hier gibt es keine Helden; Protagonist gegen Antagonist ist ein Schema, das nur in Romanen funktioniert. Die Welt ist subjektiv, und aus Millionen von verschiedenen Perspektiven spalten sich Schwarz und Weiß in unendlich viele Grautöne auf. Wo liegt der Sinn darin, die Farbnuancen unterscheiden zu wollen?
Und in all dem Chaos von Schuldzuweisungen und verletzten Gefühlen geht doch das Wichtigste verloren: Menschen verletzen, weil sie verletzt wurden.
Wenn wir alle schuldig sind, wenn wir uns alle gegenseitig Unrecht getan haben, … dann macht es keinen Sinn mehr, nach dem Besseren oder Schlechteren zu fragen. Und die ewige Trennung in Gut und Böse wird am Ende immer sinnlos bleiben.
Denn im Grunde sind Gut und Böse nur erzwungene Aufspaltungen von ein und demselben Begriff. Und wenn wir das erkennen würden, dann wären wir nicht mehr schuldig oder unschuldig, nicht mehr gut oder böse. – Dann wären wir nur noch das eine:
Menschlich.
(via)
Eure Luna.
Why is it
Why is it, that all those beautiful memories are vanished?
Where are they, when they aren’t in my heart anymore?
They still exist, somehow. But they won’t bring emotions with them anymore.
Like seashells. Still pretty, but hollow and cold. The colors are gone.
Cause memories aren’t worth anything,
when they are the only thing worth living for.
(via)
Eure Luna.
Wieder einmal…
Hallo meine Lieben,
in ungefähr einer Stunde sitze ich in einem Regio Exress nach Hannover, dann gehts nach Braunschweig und von dort mit einer kleinen Tingelbahn endlich nach Wolfenbüttel, zur “Landes-Musikakademie”. Und weil es solche Einrichtungen nunmal so an sich haben, zwar Tonstudios, jedoch kein Internet zu haben, muss ich euch wieder einmal Tschüss! sagen, diesmal bis zum 4. August. Pünktlich zum niedersächsischen Ferienende gehts dann aber wieder weiter, hier aus Vergissmeinicht, großes Ehrenwort! :)
Zum Abschied hier noch ein kleines, traumhaftes Liedchen, was sich in meinem iTunes eigentlich permanent in der Dauerschleife befindet. Und natürlich hat ein gewisser Jason Mraz mal wieder seine Finger im Spiel, bzw. an der Gitarre.^^ Viel Spaß damit, und hoffentlich bis bald! ♥
Eure Luna.
Jason Mraz – Rainbow Connection
Für meinen kleinen Bruder.
Ich habe ihn angeschrien.
Habe ihn beschimpft, übel, erbarmungslos.
Habe ihn gefragt, ob seine Freunde es wert sein, und die Ego Shooter.
Habe ihm sein Leben um den Kopf geworfen. So hart es ging, so fest ich konnte.
Denn das alles hilft nicht mehr. Bitten, gut zureden, diskutieren. Es hilft nicht mehr. Er ist taub geworden.
Mit seinen Freunden am Telefon, unsere Eltern seien “behindert”.
Ich habe ihn angeschrien. Mit Tränen in den Augen.
Für ihn. Für seine Zukunft.
Ich habe Angst. Um ihn.
Weil ich ihn liebe.
Darum.
Eure Luna.
Durchatmen
“Nicht ich…” war bis zum 15.7.2010 mein vorerst letzter Artikel, bis dahin bin ich nämlich im Ostsee-Urlaub. ♥
Mein erstes Mal an der Ostsee, und dann gleich als “leitende Kinderbetreuerin” für eine Bande Grundschüler und Kleinkinder (das ganze wird eine Familienfreizeit).^^ Ich freue mich auf die Kleinen, es macht so viel Spaß zu sehen wie sie bei allem was sie tun mit ganzem Herzen dabei sind, auch wenn es nur im Sand wühlen sein sollte. So eine Lebensfreude ist beneidenswert!

Also dann, bis zum 15., ich hoffe dass ihr früher oder später mal wieder reinschaut, eure Klicks sind mir wichtig, weil sie mir zeigen, dass ich auf Vergissmeinicht nicht nur totalen Müll fabriziere… Danke, danke, danke an euch alle!!
Liebste Grüße und hoffentlich bis bald,
eure Luna.
(Bild via)
Life’s like this.
Nasse Straßen, bedeckter Himmel. Ich komme gerade vom Edeka zurück, beladen mit Cappuccino-Schokolade, einer Flasche Asti und – man höre und staune – der neusten Cosmopolitan, der ersten meines Lebens. Einer dieser Einkäufe eben, bei denen es nicht um stumpfe Erledigungen geht, sondern bei denen man sich künstliche Glückshormone kauft, „Nervennahrung“. Und die hatte ich bitternötig.
Ich fahre die nasse Straße entlang, vor ein paar Minuten hatte es noch wie aus Eimern geschüttet. Ich starre vor mich hin, die Schokolade schon halb aufgegessen auf meinem Schoß. Hm, so lecker ist die auch nich. Ich fahre in den Waldabschnitt, der zu meinem Heimatdorf führt; alles ist grün und passt irgendwie überhaupt nicht zu meiner Laune… Aha, live’s like this. Plötzlich strömen die ersten Akkorde von Complicated aus meinem Uraltradio. Und auf einmal, als ob es schon immer so gewesen wäre, verändert sich etwas um mich herum. Nicht als ob sich das Bild ändert – die Perspektive ist eine andere. Alles wirkt heller, mutiger… weniger krampfend. Öffnend. Ohne zu denken, ist meine Hand am Regler und Avril singt aus vollem Hals. Chill out. What you’re yellin for? Die Sonne bricht durch die abziehenden Regenwolken, plötzlich leuchten die frischen Blätter in einem unglaublich strahlenden hellgrün, so schön dass ich gar nicht weggucken möchte.
And if you could only let it be. You will see: Plötzlich ist mir das Auto zu klein. Die Scheibe ist im Weg. Life’s like this. Eine Sekunde nach diesem Gedanken dreht meine linke Hand bereits an der Handkurbel und frische Luft strömt in Fluten in meinen 94er Polo. Kühle, belebende Regenluft mit dem Geruch von nassem Waldboden. Ich atme tief ein. Wieder und wieder, mit jedem Atemzug leichter werdend. Erleichterung, wie ein Wolkenbruch alles von mir waschend. Zusammen mit den Tränen, die nun auf mein Lenkrad fallen. Glückliche Tränen. Verwundert lache ich auf, und kann gar nicht mehr aufhören mit meinen Lachschluchzern, so gut fühlt sich dieses Aufatmen an. Als ob die frische Regenluft und Avril Lavigne einfach alles aus dem Auto, aus mir herausgewaschen hätten. Den Streit mit meiner Mutter. Die Beleidigungen meines Vaters. Das Gefühl, mein Hals wäre von ihren starren Blicken wie zugeschnürt. Alles ist weg. Weggespült von Licht, duftendem Wind und wahren Worten.
Den Ellbogen aus dem Fenster lehnend, fahre ich durch die Fluten von leuchtendem Grün in Richtung unseres süßen Holzhauses, lachend und weinend zugleich. Und glücklich. Und das alles durch Avril’s Complicated und den Geruch von frischer , freispülender Regenluft.
Eure Luna.
( Foto via)

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